Foto: Norbert Warnatzsch mit dem "Go Gold Team der SG Neukölln Berlin" (vorn links Dorothea Brandt und Britta Steffen; hinten v.l.n.r. Benjamin Starke, Robin Backhaus und Tim Wallburger)
2004 wechselte Tim Wallburger von der Elbestadt Dresden an die Spree nach Berlin. Kurze Zeit später nahm ihn Erfolgstrainer Norbert Warnatzsch in seine Trainingsgruppe auf. Warnatzsch führte unter anderem Franziska van Almsick und Britta Steffen in die Top-Weltspitze. Knapp einen Monat vor den Deutschen Meisterschaften mit WM-Qualifikation unterhielten wir uns mit Norbert Warnatzsch.
Wie schätzen Sie nach einigen Jahren gemeinsamer Arbeit den Tim als Schwimmer ein?
Warnatzsch: Zum Mann gereift ist er motiviert und arbeitet zielstrebig. Sein Talent befähigt ihn zu Spitzenleistungen. Wir werden noch viel Freude an Tims Leistungsentwicklung haben.
Im vergangenen Jahr holte Tim als 20-Jähriger gleich zwei Silbermedaillen bei Europameisterschaften, doch die Normen des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) für die WM in Shanghai (Rang 11 der bereinigten Weltrangliste) sind eine enorme Herausforderung - über 200m Schmetterling muss dafür sogar ein deutscher Rekord her. Hat Tim eine Chance?
Warnatzsch: Tim wird sich für die WM qualifizieren, besondere Chancen hat er mit der 4x200 m Freistilstaffel. Wir hoffen beide natürlich auch auf die Einzelstarts über die 200 m Freistil und 200 m Schmetterling.
Zwischen Sportler und Trainer geht es nicht immer zimperlich zu. Zofft Ihr Euch hin und wieder einmal und wer setzt sich am Ende dann doch durch?
Warnatzsch: Höchstleistungen anstreben bedeutet, gemeinsam nach den besten Lösungen zu suchen. Klar, hier gibt es auch Auseinandersetzungen. Tim ist selbstbewusst und kritisch. Meinen Empfehlungen für das tägliche Training folgt er aber mit großer Disziplin. Wir "zoffen" uns eher selten. Kommt es doch mal vor, ist nach kurzer Zeit wieder "Frieden". Als Trainer akzeptiere ich mündige Athleten, entscheiden über eine Strategie des Trainings kann aber letztendlich nur der Trainer.
Soeben sind Sie zusammen vom Höhentrainingslager aus Spanien zurück gekehrt. Was sieht der Plan bis zu den Deutschen Meisterschaften Anfang Juni vor?
Warnatzsch: Wir werden unsere Standard-Tests im Land- und Wassertraining absolvieren und auf den Ergebnissen dieser Tests aufbauend, den letzten "Feinschliff" gestalten.
Britta Steffen will bis zur Europameisterschaft in Berlin 2014 auf jeden Fall weitermachen. Verrät uns der Norbert Warnatzsch auch seine sportlichen Ambitionen als Trainer?
Warnatzsch: Mein Vertrag mit dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) und dem Olympiastützpunkt - OSP Berlin läuft bis Ende August 2012, dann könnte ich zurücktreten und in "Rente" gehen. Das habe ich jedoch nicht vor. Ich hoffe, dass ich noch einige Jahre als Trainer im Spitzenbereich arbeiten kann. Dies allerdings mit dem eigenen Anspruch nur dann, wenn ich als Trainer ähnlich erfolgreich arbeite wie in den Jahren zuvor.
Abschließend noch einmal zurück zum Tim. Bis zur absoluten Weltspitze fehlen doch noch einige Armzüge. Wo hat er aus Ihrer Sicht die meisten Reserven?
Warnatzsch: Tims Reserven liegen weiterhin in der Verbesserung der Grundlagen wie Kraft und Ausdauer. Technisch ist Tim versiert, allerdings müssen wir im Start- und Wendebereich noch zulegen. Tim wird seinen Weg zur Weltspitze kontinuierlich beschreiten, da bin ich mir sicher.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und ihren Schützlingen alles Gute und viel Erfolg. Danke Herr Warnatzsch für dieses Interview.
Tims Website-Redaktion
Knapp einen Monat vor den Deutschen Meisterschaften mit WM-Qualifikatio