Es war das schnellste 200m Freistilrennen, welches Deutschlands Krauler am Schlusstag der 123. Deutschen Meisterschaften im Schwimmen je in ein 50m-Becken brachten. Dabei ging es nicht nur um die Unterbietung der Pflichtzeit (1:47,04 min) des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) zur Teilnahme an der Schwimm-WM in Shanghai über diese Strecke, sondern auch um die begehrten Staffelplätze über 4x200m Freistil. Die Addition der Einzelzeiten der vier Erstplatzierten - bereinigt um die begünstigenden Wechselzeiten - musste Platz 6 der Staffel-Weltrangliste (7:10,29 min) ergeben.
Neben Topfavorit und Weltrekordhalter Paul Biedermann standen mit Tim Wallburger und Clemens Rapp drei Schwimmer der EM-Silberstaffel 2010 in Budapest auf den Startblöcken. Wie auch in Budapest war das ZDF live dabei.
Der 21-Jährige Dresdner Wahlberliner (SG Neukölln Berlin) war am Samstag beim Versuch, über 200m Delphin dem deutschen Uraltrekord von Schwimmlegende Michael Gross auf die Pelle zu rücken und vielleicht sogar noch die WM-Pflichtzeit von 1:56,03 min zu knacken, nach 1:58,22 min deutlich gescheitert. "Keine Ahnung was los war", so Wallburgers Kommentar nach dem Rennen. "Eine 56er Zeit sollte es schon werden, doch die Zwischenzeiten, Wenden und Frequenzen passten einfach nicht!" Die Enttäuschung war groß, denn nach seinem Kurzbahn-Vizeeuropameistertitel im vergangenen Jahr mit einer Zeit von 1:53,71 min war der "Albatros-Angriff" nicht ganz unbegründet.
Zweite und letzte Chance für Tim Wallburger sich ein WM-Ticket zu holen: 200m Freistil nebst Verteidigung seines deutschen Vizemeisters 2010! Und es reichte! Hinter dem überragenden Paul Biedermann (1:45,72 min) schlug er als Zweiter (1:47,61 min) in persönlicher Bestzeit an, dicht gefolgt von Clemens Rapp (1:47,78 min). Vereinskollege Benjamin Starke landete nach einem gigantischen Endspurt auf Rang vier (1:47,91 min). "Dass man unter 1:48,00 min schwimmen musste, um in die WM-Staffel zu kommen, ist gigantisch", so Wallburger überglücklich und völlig ausgepumpt nach dem Rennen.
Die Additionszeit der vier Erstplatzierten ergab eine 7:06,34 min - knapp vier Sekunden unter der geforderten Staffelnorm. Die Jungs waren sich schnell einig: "Eine WM-Medaille in Shanghai schaffen wir!"
Hinweis an die Redaktionen:
Paul Biedermann: Rang drei der Weltjahresbestenliste 2011
Tim Wallburger: Rang zehn der WJB 2011
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